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Saisonal abhängige Depression (SAD)

Die saisonal abhängige Depression zeigt sich nur in der dunklen Jahreszeit
Behandlung der saisonalen Depression mit Licht
Behandlung der saisonalen Depression mit Medikamenten


Die saisonale Depression zeigt sich nur in der dunklen Jahreszeit

Die saisonale Depression ist im Winter zu spüren und verschwindet im Frühling wieder. Sie zeigt sich z.B. durch
  • Müdigkeit,
  • Niedergeschlagenheit,
  • Energie-, Interesselosigkeit,
  • Konzentrations-, Libidoschwäche,
  • Heisshunger auf Kohlehydrate,
  • erhöhtes Schlafbedürfnis oder
  • Gewichtszunahme
in der dunklen Jahreszeit. Daher spricht man auch von Winterdepression.

Betroffen sind etwa 2%
aller Erwachsenen in Mitteleuropa (Frauen leiden 4 x häufiger an saisonaler Depression als Männer). Noch mehr Menschen leiden unter der dunklen Jahreszeit, ohne dass ihre Symptome so ausgeprägt sind wie bei einer richtigen Depression.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt / Ihrer Ärztin
Wenn Sie merken, dass es Ihnen im Winter regelmässig schlechter geht als im Sommer, oder die oben beschriebenen Symptome verschwinden, wenn Sie in der Sonne Ferien machen, besprechen Sie dies mit Ihrem Arzt / Ihrer Ärztin.

Behandlung der saisonalen Depression mit Licht

Ihr Arzt / Ihre Ärztin wird mit Ihnen zusammen feststellen, ob Sie wirklich an einer saisonalen Depression oder an etwas anderem leiden. Er / sie wird Sie auch beraten, wie Sie den Winter besser ertragen können. Möglicherweise empfiehlt er Ihnen eine Lichttherapie, eine medikamentöse Behandlung oder eine Kombination von beidem.

In Studien bewiesen: Lichttherapie hilft oft
Bei der Lichttherapie setzt sich der Patient täglich für etwa 30 Minuten vor eine sehr helle Lampe, die speziell für diese Erkrankung entwickelt wurde. Die Wirksamkeit ist erprobt. Zuerst wurde diese an Hamstern nachgewiesen. Je länger ein Hamster in der Sonne sitzt, desto stärker pflanzt er sich fort. Mittlerweile gibt es verschiedene Studien, die zeigen, dass auch Menschen von mehr Licht profitieren. Ca. 65% aller mit Lichttherapie behandelten Patientinnen mit saisonaler Depression ging es nach einer Lichttherapie deutlich besser. Eine Lichttherapie bedeutet jedoch, sich täglich mindestens 30 Minuten Zeit zu nehmen. (Lam RW. Levitt AJ, eds. Canadian Consensus Guidelines for the Treatment of Seasonal Affective Disorder. Canada: Clinical & Academic Publishing, 1999).

Lichttherapie beeinflusst die innere Uhr
Verschiedene Verhaltensweisen von Mensch und Tier (z.B. Fortpflanzung,Winterschlaf, Wohlbefinden, Schlaf) werden durch eine innere Uhr gesteuert. Diese wiederum wird u.a. durch die Tageslänge eingestellt. Wenn die Tage im Herbst kürzer werden, bewirkt der Lichtmangel eine höhere Melatoninproduktion im Körper. Melatonin ist ein Hormon, das für den Schlafbedarf zuständig ist. Dieser sinnvolle Mechanismus bewirkt, dass wir im allgemeinen müde sind, wenn es dunkel wird. Ein erhöhter Melatoninspiegel kann jedoch z.B. zu Depression führen. Indem man sich im Herbst und Winter täglich für eine halbe Stunde vor eine sehr helle Lampe (10'000 Lux) setzt, kann man die Melatoninausschüttung und die damit verbundenen negativen Begleiterscheinungen verringern.

Krankenkasse beteiligt sich an Lichttherapie
Ihr Arzt / Ihre Ärztin kann Ihnen sagen, ob eine Lichttherapie für Sie in Frage kommt. Manche Ärzte führen die Lichttherapie bei sich durch, andere empfehlen die Anschaffung einer speziellen Lampe für zuhause. Die Krankenkasse beteiligt sich im Rahmen der Grundversicherung an den Kosten mit Fr. 800.-.

Fragen Sie Ihren Arzt / Ihre Ärztin, ob Lichttherapie unbedenklich für Ihre Augen ist
Im Normalfall müssen Sie keine Bedenken wegen der Augen haben, wenn Sie mit gesunden Augen die speziell für Lichttherapie vorgesehenen Lampen (z.B. von Samarit) benutzen. Es ist jedoch wichtig, vorher genau abklären zu lassen, ob Sie Augen- oder andere Probleme haben, die eine Lichttherapie verschlimmern würde.

Lichttherapie wirkt auch bei anderen Erkrankungen
Es gibt Hinweise darauf, dass Lichttherapie (ggf. in einer anderen Dosis) auch bei Depressionen helfen kann, die nicht nur saisonal auftauchen. Auch wurde über Besserung bei saisonalen Panikstörungen, Zwangsstörungen und Bulimie berichtet.

Antidepressiva helfen bei SAD

Antidepressiva
Studien haben gezeigt, dass bestimmte Antidepressiva, sogenannte SSRI, aber auch MAOI (siehe Kapitel Behandlung) nicht nur bei "normaler" Depression, sondern auch bei saisonaler Depression wirken. Medikamente werden eher bei schweren Depressionen eingesetzt, wenn Lichttherapie zu umständlich erscheint oder Augenprobleme bestehen.

Melatonin
Bitte beachten Sie, dass Melatonin lediglich ein Faktor zur Steuerung der inneren Uhr ist. Das im Handel erhältliche Melatonin wird zur Verringerung des Jetlag-Effektes eingesetzt, jedoch nicht zur Behandlung von saisonaler Depression.



www.lichttherapie.de
Informationen über saisonale Depression und Lichttherapie auf der Homepage von SML Licht- und Therapiesysteme (Hersteller von Lichttherapie-Lampen)

www.sltbr.org
Society for Light Treatment and biological Rhythms: Fragen und Antworten (englisch)

www-fhs.mcmaster.ca/direct
Informationsseite einer kanadischen Universität für Laien und Ärzte: allg. Infos zu Depression inkl. SAD