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Wochenbett-Depression - Postnatale Depression

Babyblues - postnatale Depression - postnatale Psychose
Was können betroffene Eltern selbst tun?
Welche Behandlung ist möglich?

Babyblues - postnatale Depression - postnatale Psychose

Nach der Geburt (also im Wochenbett, postnatal oder auch postpartal genannt) kommt es bei vielen Frauen zu negativen Stimmungsveränderungen. Diese können unterschiedlich schwer sein. Man unterscheidet (jedoch bei fliessendem Übergang) zwischen
  • Heultagen (Babyblues, meist am 2. oder 3. Tag nach der Geburt: kurzfristiges Stimmungstief ausgelöst durch die drastische hormonelle Veränderung sowie die völlig veränderte Lebenssituation; betrifft fast die Hälfte aller Mütter; ist nicht behandlungsbedürftig und vergeht nach einigen Tagen wieder.
  • postnatale Depression: tritt bei rund 10-15% der Frauen auf und beginnt meist in der 1. oder 2. Woche. (Buch Keck)

    tritt im 1. Jahr nach der Geburt bei etwa 20 % aller Mütter auf; die Kennzeichen ähneln denen einer "normalen" Depression; da sich die Symptome schleichend verstärken und anfangs meist der normalen Belastung zugeschrieben werden, wird oft nicht erkannt, dass es sich um eine (vorübergehende) psychische Erkrankung handelt, die behandelt werden kann; Frauen empfinden z.B. Traurigkeit, Müdigkeit, Leeregefühl, Schuldgefühle, Desinteresse, sexuelle Unlust, Konzentrationsstörungen, Schlafschwierigkeiten, Kopf- und andere Schmerzen, Reizbarkeit, Ängste, Panikattacken, zwiespältige Gefühle dem Kind gegenüber, bis zu Gedanken über Selbsttötung.
  • postnatale Psychose: in den ersten zwei Wochen nach der Geburt erleiden etwa 2 von 1000 Frauen eine schwere psychische Krise, in deren Verlauf sie den Kontakt zur Realität verlieren; eine solche Psychose kann sich z.B. äussern durch Wahnvorstellungen, stark übertriebene Aktivität, extreme Ängste, Teilnahmslosigkeit; muss unbedingt behandelt werden.

Was können die betroffenen Eltern selbst tun?

Auch wenn der Druck gross ist, nach der Geburt glücklich sein zu müssen, ist es wichtig, auf die Stimmungsveränderungen zu achten und die Mutter zu entlasten bzw. ihr zu helfen. Folgendes können Sie selbst tun (je nach Schwere):
  • reden Sie mit anderen Müttern und Vätern: zur eigenen Entlastung und um auch andere darauf vorzubereiten, dass ein Stimmungstief nach der Geburt normal ist;
  • informieren Sie sich über nachgeburtliche Stimmungsschwankungen und Hilfen dagegen (z.B. bei untenstehenden Links);
  • Entlastung: sowohl vom Gefühl, eine perfekte Mutter sein zu müssen als auch praktisch von der Arbeit mit dem Baby, anderen Kindern, im Haushalt oder im Beruf;
  • Verpflichtungen vorübergehend abgeben und Hilfe annehmen
  • sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin, falls das Stimmungtief nicht nach ein paar Tagen vorübergeht.


Welche Behandlung ist möglich?

Eine postnatale Psychose ist eine schwere Krankheit, die behandelt werden muss. Doch auch bei einer postnatalen Depression kann eine Behandlung mit Antidepressiva und mit Psychotherapie angebracht sein. Ziel der Behandlung ist, dass es der Mutter so gut geht, dass sie wieder mit der neuen Lebenssituation zurecht kommt. Es ist niemandem geholfen, wenn sie einfach still vor sich hinleidet. Eine Psychotherapie kann helfen, sich auf die neue Situation einzustellen, Fragen des eigenen Anspruchs zu klären und sich besser abzugrenzen. Antidepressiva unterstützen das körpereigene Botenstoffsystem im Hirn dabei, wieder ins Lot zu kommen. Es gibt unterschiedliche Aussagen darüber, ob stillende Mütter Antidepressiva einnehmen sollen. Einzelne Untersuchungen zeigten bei bestimmten neueren Antidepressiva (SSRI, siehe Kapitel Behandlung), dass bei gestillten Babys keine schädigenden Konzentrationen des Medikaments nachweisbar waren. Hierbei spielt auch die Einnahmezeit eine Rolle. Aus Sicherheitsgründen und weil keine grösseren Studien bestehen, steht in den Beipackzetteln im allgemeinen, dass die Medikamente nicht während des Stillens eingenommen werden sollen. Bitte besprechen Sie mit Ihrem Arzt / Ihrer Ärztin und/oder Ihrer Stillberaterin, ob eine medikamentöse Behandlung für Sie und das Baby sinnvoll ist.

www.schatten-und-licht.de
Homepage des Vereins "Schatten & Licht - Krisen nach der Geburt": Informationen, Adressen in Deutschland, Selbstbeurteilung, kommentierte Literaturliste; weitere Informationen und Erfahrungsberichte unter Rubrik "Luckys Site", "PostNatal".

www.mutterglueck.ch
Homepage einer Mutter, welche selbst unter einer postnatalen Depression gelitten hat. Die Website bietet vielseitige Informationen zum Thema, Diskussionsforen, Berichte von Betroffenen, Tipps und weitere Links.